Ein Bekenntnis des Glaubens und Versagens

175 Jahre nach 1844

Zum 22. Oktober 2019
175 Jahre nach Jesu Eintritt ins Allerheiligste


Wir bekennen

Wir bekennen, dass der weltweite Missionsauftrag bereits wenige Jahre nach 1844 erfüllt worden und Christus wiedergekommen wäre, hätten die Adventisten nach der großen Enttäuschung an ihrem Glauben festgehalten und wären sie gemeinsam Gottes Vorsehung gefolgt.1Hätten die Adventisten nach der großen Enttäuschung von 1844 an ihrem Glauben festgehalten und wären sie geeint Schritt für Schritt der Vorsehung Gottes gefolgt, indem sie die Botschaft des dritten Engels empfangen und sie in der Kraft des Heiligen Geistes der Welt verkünden, hätten sie das Heil Gottes gesehen. Er hätte ihre Bemühungen mit großer Macht begleitet, das Werk wäre zum Abschluss gekommen und Christus bereits wiedergekommen, um seinem Volk den Lohn auszuteilen …

Evangelism, Seite 695
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Wir bekennen, dass dieselben Sünden, die das Volk Israel 40 Jahre lang vom Land Kanaan ausschlossen, unseren Eintritt in das himmlische Kanaan verzögert haben. Das Problem liegt nicht bei Gott. Unglaube, Auflehnung, Weltlichkeit und Streit sind die Gründe, dass die Adventgemeinde noch immer durch die Wüste dieser sündigen Welt wandert.240 Jahre lang schlossen Unglaube, Murren und Auflehnung das alte Israel vom Land Kanaan aus. Dieselben Sünden haben den Eintritt des heutigen Israel in das himmlische Kanaan verzögert. In beiden Fällen lag das Problem nicht bei Gottes Verheißungen. Es ist der Unglaube, die Weltlichkeit, mangelnde Hingabe und der Streit unter Gottes bekenntlichem Volk, die uns seit so vielen Jahren in dieser Welt von Sünde und Leid halten.

Evangelism, Seite 696

Wir bekennen mit unseren Vorvätern, dass die Hauptursache hierfür darin besteht, dass wir Jesu Zeugnisse durch seine Endzeitbotin Ellen G. White, die im Namen Gottes zu unseren Generalkonferenz-Präsidenten, unseren Vorstehern, unseren Predigern und zu allen Gemeinden weltweit geredet hat, nicht im kindlichen Glauben empfangen haben. Wir schließen uns dem Bekenntnis unserer Vorväter vom 16. November 18553Liebe Brüder, während wir glauben, dass diese Offenbarungen dem göttlichen Geist entspringen, möchten wir die Inkonsequenz bekennen (von der wir glauben, dass sie Gott missfallen hat), sie vorgeblich als Botschaften von Gott zu betrachten, sie aber in Wahrheit mit menschlichen Erfindungen auf eine Stufe gestellt zu haben. Wir befürchten, dass dies aus der mangelnden Bereitschaft resultiert ist, die Schmach Christi zu tragen (die in der Tat ein größerer Reichtum ist als die Schätze der Erde) und aus dem Wunsch, die Gefühle unserer Gegner zu beschwichtigen. Aber das Wort und unsere eigene Erfahrung haben uns gelehrt, dass Gott durch einen solchen Kurs weder geehrt noch seine Sache vorangebracht wird. Da wir glauben, dass sie von Gott stammen und dass sie vollständig mit seinem geschriebenen Wort übereinstimmen, müssen wir anerkennen, dass wir dazu verpflichtet sind, ihre Lehren zu befolgen und uns durch ihre Ermahnungen korrigieren zu lassen. Zu sagen, dass sie von Gott sind und wir dennoch nicht von ihnen geprüft werden, bedeutet zu sagen, dass Gottes Wille keine Prüfung oder Regel für Christen ist, was widersprüchlich und absurd ist.

Review and Herald, 4.12.1855
in tiefer Reue vollständig an und erkennen mit großer Trauer, dass es heute noch weit größere Gültigkeit besitzt als einst.

Wir bekennen, dass wir als Volk Jesus aus den Augen verloren haben, den einzigen, der uns den Weg in das Allerheiligste des himmlischen Heiligtums weisen kann. Wir haben das schönste Lied zu singen verlernt, das menschliche Lippen anstimmen können: „Rechtfertigung durch den Glauben“, „Christus unsere Gerechtigkeit“.

Wir bekennen, dass wir Jesu teuer erkauftes Lebensgold echten Glaubens und wahrer Liebe mit Narrengold vertauscht haben, Seine Glaubensgerechtigkeit mit dem Mantel der Schmach und Schande und die Gabe Seines Wortes und Seines Geistes mit der Wegweisung anderer Geister und Lichter. Die Folge sind die Verkündigung und die Erfahrung eines falschen Evangeliums. Eigenes „Gold“, eigene „Kleider“ und eigene „Augensalbe“ haben das göttliche Angebot ersetzt (Offenbarung 3,17f). 

Wir bekennen, dass es Satan weithin gelungen, uns davon zu überzeugen, dass der Gehorsam keine Bedingung für die Erlösung darstellt und wir als Gemeinde dadurch zu verdorrten Totengebeinen geworden sind.4Gehorsam wird nicht mehr für absolut notwendig gehalten.

Bible Commentary, Band 1, Seite 1083f

Diese Gebeine [die Totengebeine aus Hesekiel 37] stellen das Haus Israel dar, die Gemeinde Gottes. Die Hoffnung der Gemeinde ist die Leben spendende Kraft des Heiligen Geistes. Der HERR muss den verdorrten Gebeinen Leben einhauchen, damit sie lebendig werden.

Bible Commentary, Band 4, Seite 1165

Wir bekennen, dass wir, törichten Jungfrauen gleich, nicht „um Zeit und Gericht“ (Prediger 8,5) wissen. Wir leben am Großen Versöhnungstag, ohne seine Bedeutung wirklich zu verstehen. Jesu Dienst im Allerheiligsten hat keine praktische Bedeutung für unseren Alltag. Genau das Fest im göttlichen Heilskalender, ohne das es keine abschließende Versöhnung gibt, hat keinen realen Bezug zu unserer christlichen Erfahrung. 

Wir bekennen, dass wir das Werk des Heiligen Geistes, von Sünde, Gerechtigkeit und Gericht zu überführen, nicht mehr richtig verstehen und erfahren. Populäre Definitionen von Sünde, Gerechtigkeit und Gericht haben das biblische Verständnis abgelöst. Einem Tsunami gleich haben sie unsere Kanzeln und Gemeinden erobert.

Wir bekennen, dass uns das Verständnis echter, befreiender Reue abhanden gekommen ist. Sie ist der Anfang aller Predigt, ein Kernstück am Großen Versöhnungstag und das Sprungbrett zu einem glücklichen und siegreichen Christenleben. Dennoch verkennen wir sie in ihrer Bedeutung und heilsamen Kraft für unser Leben. Wir anerkennen die dringliche Notwendigkeit, die Bedeutung von Luthers erster These in ihrer Tiefe zu verstehen: „Da unser Herr und Meister Jesus Christus spricht ‚Tut Buße‘ usw. (Matthäus 4,17), hat er gewollt, dass das ganze Leben der Gläubigen Buße sein soll.“ Nirgends sehen wir das Wesen echter Buße klarer beleuchtet und das reformatorische Erbe stärker geachtet als in den Darlegungen des Geistes der Weissagung.5Echte Reue vor Gott hält uns nicht in Gefangenschaft, als würden wir uns ständig fühlen wie auf einer Beerdigung. Wir sollen freudig sein, nicht betrübt. Dennoch werden wir stets bedauern, dass wir so viele Jahre unseres Lebens den Mächten der Finsternis gewidmet haben, obwohl doch Christus sein kostbares Leben für uns gegeben hat. Es soll uns von Herzen leidtun, wenn wir daran denken, dass wir die uns vom Herrn anvertraute Zeit und Fähigkeiten statt zu Seines Namens Ehre teils im Dienst des Feindes genutzt haben, obwohl Christus alles, was Er hatte, für unsere Erlösung gegeben hat. Wir sollen Buße tun, weil wir nicht alles Erdenkliche getan haben, mit der kostbaren Wahrheit vertraut zu werden, die uns zu dem Glauben befähigt, der durch die Liebe wirkt und die Seele reinigt.

Wenn wir Menschen ohne Christus sehen, sollen wir gedanklich ihre Stelle einnehmen, um ihretwillen vor Gott Reue empfinden und nicht ruhen, bis wir sie zur Buße gebracht haben. Wenn wir alles für sie tun, was wir können, und sie trotzdem nicht bereuen, sind sie selbst verantwortlich für ihre Sünde. Dennoch sollen wir weiterhin Mitleid mit ihnen haben und ihnen zeigen, wie sie Buße tun können, und versuchen, sie Schritt für Schritt zu Jesus Christus zu führen.

Manuskript 92, Seite 1901

Wir bekennen, dass wir seit den Tagen unserer Väter bis heute in großer Schuld sind und unsere Zeit, Energie und Talente vor allem dem Gewinn weltlicher Unternehmen dienen, obwohl Gott diesen Planeten mit all seinen Früchten und Gütern uns längst zum ewigen Besitz geben wollte.

Wir bekennen mit Schamesröte im Gesicht, dass wir der Welt Anlass gegeben haben, Gottes heiligen und herrlichen Namen zu lästern, indem wir seit 175 Jahren eine baldige Wiederkunft predigen, die wir gleichzeitig durch unsere eigenen Sünden aufhalten.

Wir bekennen, dass wir 1888 zu Minneapolis Gott selbst widerstanden haben und seiner Absicht, das Werk des Evangeliums auf dieser Erde zu beenden. Sein Name wurde aufs Äußerste entehrt. Seine Botschaft wurde abgewiesen, seine Boten geschmäht, seine Dienerin nicht gehört.

Wir bekennen die Ablehnung der Botschaft der Gerechtigkeit durch den Glauben in Minneapolis als den großen „Sündenfall“ unserer Geschichte, dass wir diesen bis heute nicht als solchen erkannt haben und dass darin eine Hauptursache für das Ausbleiben von Jesu Wiederkunft zu finden ist.

Wir bekennen, dass das ewige Evangelium allein, wie es sich in den Botschaften von E. J. Waggoner und A. T. Jones zu Minneapolis widerspiegelte, uns das Tor zum Spätregen eröffnen kann.

Wir bekennen, dass Gottes Volk unvorbereitet für den Spätregen ist, dies nicht weiß und weder die Bedingungen, ihn zu erhalten, noch den Weg dazu kennt.6Mir wurde gezeigt, dass ein äußerst ernstes Werk vor uns steht. Man nimmt nicht wahr, wie wichtig und groß es ist. Als ich die Gleichgültigkeit feststellte, die überall zu bemerken war, erschrak ich um der Prediger und des Volkes willen. Das Werk der gegenwärtigen Wahrheit schien wie gelähmt. Das Werk Gottes schien still zu stehen. Prediger und Volk sind unvorbereitet auf die Zeit, in der sie leben, ja fast alle, die an die gegenwärtige Wahrheit zu glauben bekennen, sind darauf unvorbereitet, das Werk der Vorbereitung für diese Zeit zu verstehen. Mit ihrem weltlichen Ehrgeiz, ihrer fehlenden Hingabe an Gott und ihrer Hingabe ans eigene Ich sind sie überhaupt nicht in der Lage, den Spätregen zu empfangen und, nachdem sie alles getan haben, gegen den Zorn